4. Schwangerschaftswoche (SSW)
Kaum grösser als ein Mohnsamen und doch ist in dieser Woche Ausserordentliches im Gang. Die Blastozyste hat sich in Ihre Gebärmutterschleimhaut eingegraben, und der Körper beginnt, alles für die nächsten neun Monate vorzubereiten.
Viele Frauen ahnen noch nichts von ihrer Schwangerschaft. Ein Test ist jetzt erstmals sinnvoll, sobald die Periode ausbleibt. Und während Sie vielleicht die ersten zarten Anzeichen bemerken, laufen im Hintergrund bereits die entscheidenden Weichen.
Die Blastozyste hat ihre Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut zu Beginn dieser Woche abgeschlossen. Sie teilt sich nun in zwei Bereiche: Der innere Teil wird zum eigentlichen Embryo, der äussere Teil zum Chorion, dem Vorläufer der Plazenta. Fruchthöhle und Dottersack bilden sich; der Dottersack übernimmt in den nächsten Wochen die Nährstoffversorgung, bis die Plazenta diese Aufgabe vollständig übernimmt.
Die äusseren Zellen der Blastozyste (Trophoblast) beginnen, das Schwangerschaftshormon hCG zu produzieren. Dieses Signal verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut abgestossen wird und ist genau das, was ein Schwangerschaftstest nachweist.
In den Zellen des entstehenden Embryos legen sich die drei Keimblätter an: Sie sind die Grundlage für alle späteren Organe und Körperstrukturen Ihres Kindes.
Frühschwangerschaft – das Alles-oder-Nichts-Prinzip
In dieser Phase entscheidet sich, ob sich die Blastozyste weiterentwickeln kann. Liegen schwerwiegende genetische oder chromosomale Störungen vor, kommt es häufig zu einem frühen Abort – meist unbemerkt mit der nächsten Menstruation. Anzeichen können eine stärkere oder verspätete Blutung sein. In den meisten Fällen liegt eine Chromosomenstörung, ein Hormonmangel oder eine Durchblutungsstörung zugrunde.
Ihr Baby in der 4. Schwangerschaftswoche
| Grösse: wenige Millimeter. Vergleichbar mit einem Mohnsamen |
| Herzschlag: noch nicht vorhanden |
| Entwicklung: Die Blastozyste nistet sich in die Gebärmutterschleimhaut ein. Fruchthöhle und Dottersack beginnen sich zu bilden. Die Anlage für Embryo und Plazenta trennt sich. Die drei Keimblätter, Grundlage aller späteren Organe, entstehen. |
Erste Schwangerschaftsanzeichen
Manche Frauen spüren bereits in der 4. SSW erste Veränderungen, andere bemerken zunächst gar nichts. Mögliche Anzeichen sind:
Spannungsgefühl in den Brüsten
Ziehen oder Schweregefühl im Unterleib
Leichte Übelkeit oder erhöhte Geruchsempfindlichkeit
Müdigkeit und Stimmungsschwankungen
Leichte Schmierblutung (Einnistungsblutung)
Ein Schwangerschaftstest ergibt erst dann ein zuverlässiges Ergebnis, wenn die Periode ausgeblieben ist. Wenn Sie unter starker Übelkeit leiden, finden Sie hilfreiche Informationen in unserem Beitrag zur Schwangerschaftsübelkeit.
Wussten Sie, dass...
...sich durch die regelmässige Einnahme von Folsäurepräparaten das Risiko einer Missbildung oder einer Spina bifida (offener Rücken) verringert?

Folsäure: Jetzt besonders wichtig
Das Neuralrohr, die Anlage für Gehirn und Rückenmark, schliesst sich zwischen Tag 18 und 26 der Schwangerschaft, also genau jetzt. Ein ausreichender Folsäurespiegel in diesem Zeitraum senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida erheblich.
Falls Sie noch kein Folsäurepräparat einnehmen, beginnen Sie jetzt damit. Empfohlen werden 400 Mikrogramm täglich bis Ende des ersten Trimesters (SSW 12). Wer erst nach einem positiven Test beginnt, kann auf 800 Mikrogramm täglich wechseln. Alternativ ist ein Multivitaminpräparat mit Folat möglich. Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke berät Sie zu den geeigneten Produkten.
FAQ – 4. Schwangerschaftswoche
Kann ich in der 4. SSW schon einen Schwangerschaftstest machen?
Ja, sobald die Periode ausgeblieben ist. Der Test misst das Hormon hCG, das ab der Einnistung produziert wird. Zu früh durchgeführte Tests können ein falsches negatives Ergebnis zeigen.
Was ist eine Einnistungsblutung?
Manche Frauen bemerken eine kurze, leichte Schmierblutung, wenn sich die Blastozyste in die Gebärmutterschleimhaut eingräbt. Sie ist harmlos und deutlich kürzer sowie schwächer als eine normale Periode.
Warum ist Folsäure gerade jetzt so wichtig?
Das Neuralrohr Ihres Kindes schliesst sich zwischen Tag 18 und 26 der Schwangerschaft. Ein ausreichender Folsäurespiegel genau in diesem Zeitraum senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida erheblich. Beginnen Sie sofort mit der Einnahme, falls noch nicht geschehen.
Was passiert, wenn die Blastozyste sich nicht weiterentwickelt?
Bei chromosomalen oder hormonellen Störungen kann die Entwicklung früh abbrechen. Der Abort verläuft dann meist unbemerkt mit der nächsten Menstruation – ein natürlicher Mechanismus, der nichts über eine spätere Fruchtbarkeit aussagt.
Spüre ich in der 4. SSW schon etwas?
Nicht zwingend. Viele Frauen bemerken noch keine Veränderungen. Andere spüren erste Anzeichen wie Brustspannen, leichte Übelkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit. Beides ist normal.

Familienfreundliche Leistungen rund um Schwangerschaft und Kind
Mit der Krankenkassenlösung von PRO LIFE profitieren Familien von zusätzlichen Leistungen wie Geburtengeld, Beiträgen an Baby- und Kinderschwimmkurse sowie weiteren familienfreundlichen Extras.
