Eine Frau in den Wehen stützt sich ab, ihr Partner kniet neben ihr und gibt ihr Halt – ein emotionaler Moment kurz vor der Geburt.

Noch fünf Wochen bis zum errechneten Geburtstermin. Viele Babys haben nun ihre Geburtsposition eingenommen und die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In der 35. SSW könnten Babys, die jetzt zur Welt kommen, bereits selbstständig atmen, benötigen aber teilweise noch Unterstützung.

Für Sie beginnt eine Zeit des Abwartens, Vorbereitens und bewussten Geniessens der letzten ruhigen Wochen zu zweit.

Wehen sind nicht gleich Wehen

In den letzten Wochen vor der Geburt treten verschiedene Wehenarten auf, die sich deutlich voneinander unterscheiden.

Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen): Bereits ab dem sechsten Monat möglich. Der Bauch verhärtet sich in unregelmässigen Abständen, selten schmerzhaft. Der Muttermund weitet sich nicht.

Senkwehen: Sorgen dafür, dass der Kopf Ihres Babys tiefer ins kleine Becken tritt. Sie können sich wie Ziehen im Unterleib anfühlen, ähnlich leichten Menstruationsbeschwerden, öffnen den Muttermund in der Regel nicht. Als Erstgebärende ist es oft schwer, Senkwehen von Geburtswehen zu unterscheiden. Zögern Sie nicht, im Zweifelsfall Ihre Hebamme oder das Spital zu kontaktieren.

Geburtswehen: Krampfartige Schmerzen in Bauch, Rücken und/oder Oberschenkeln. Sie werden mit der Zeit intensiver, dauern länger und treten in kürzeren Abständen auf. Dauern die Wehen über 20 Sekunden und kommen alle fünf bis sieben Minuten, ist die Geburt wahrscheinlich im Gange. Tipp: Ein warmes Bad hilft bei der Unterscheidung. Übungswehen lassen dabei nach, Geburtswehen verstärken sich.

Falls Sie unsicher sind, nehmen Sie ein warmes (nicht heisses!) Bad. Vorwehen verschwinden dabei allmählich, während Geburtswehen sich intensivieren. Jetzt ist es an der Zeit, Kontakt mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin, der Hebamme und dem Spital aufzunehmen. Versuchen Sie, während Sie sich auf dem Weg ins Spital befinden, die Länge der Wehen und die Abstände zu merken. Dies hilft bei der Ankunft dabei abzuschätzen, wie lange es bis zur eigentlichen Geburt noch dauert.

Nestbautrieb: Wenn plötzlich alles geputzt sein muss

Viele Frauen bemerken in den letzten Schwangerschaftswochen einen plötzlichen Drang, alles für das Baby herzurichten: Kinderzimmer einrichten, Wäsche waschen, Schränke ausräumen, Kühlschrank auffüllen. Dieser sogenannte Nestbautrieb ist ein natürlicher Instinkt und völlig normal. Er zeigt, dass Ihr Körper und Ihr Unterbewusstsein die bevorstehende Geburt spüren.

Hören Sie auf Ihren Körper: Erledigen Sie, was Ihnen wichtig ist, aber überanstrengen Sie sich nicht. Bitten Sie Ihren Partner oder Ihr Umfeld um Unterstützung bei schweren oder anstrengenden Arbeiten. Geniessen Sie das Vorbereiten als das, was es ist: ein schöner Abschluss dieser besonderen Zeit.

Ihr Baby in der 35. Schwangerschaftswoche

Grösse: ca. 46–47 cm (Scheitel-Ferse-Länge, SFL). Vergleichbar mit einem Türkenturban-Kürbis
Gewicht: ca. 2,4–2,5 kg
Kopfdurchmesser: ca. 86–100 mm
Herzschlag: ca. 110–160 Schläge/Minute
Entwicklung:
Ihr Baby ist weit entwickelt und reift weiter aus. Es muss nun noch weiter an Gewicht und Fettreserven zunehmen. Die Lunge ist in der Regel ausreichend gereift, um nach der Geburt selbstständig zu atmen. Die Augen sind bereits pigmentiert – würde Ihr Baby jetzt die Augen öffnen, wäre eine blaue Iris zu sehen; die endgültige Augenfarbe bildet sich erst nach der Geburt unter Lichteinfluss. Babys zeigen ausgeprägte REM-Schlafphasen. Der Platz wird immer enger, die Bewegungen ruhiger aber kräftiger.

Steiss- und Beckenendlage: Was bedeutet das?

Liegt Ihr Baby noch mit dem Kopf nach oben, spricht man von einer Steisslage oder Beckenendlage. Verschiedene Formen sind möglich:

  • Die echte Steisslage: Dabei liegen die Füsse Ihres Kindes vor seinem Gesicht und der Steiss befindet sich direkt über dem Muttermund

  • Die ganze Steiss-Fuss-Lage: Ihr Kind «sitzt» in der Gebärmutter und zieht die Knie zu seinem Bauch hin

  • Die halbe Steiss-Fuss-Lage: Dabei befindet sich das eine Bein in der sitzenden Position zum Bauch hin, das andere Bein vor seinem Gesicht

  • Die Fusslage: Hier befinden sich die Füsse direkt über dem Muttermund. Es «steht» gewissermassen in der Gebärmutter

  • Die ganze Knielage: Ihr Kind kniet in der Gebärmutter

  • Die halbe Knielage: Während es mit einem Bein kniet, zeigt das andere Bein nach oben

Wussten Sie, dass...

... die häufigste Form die echte Steisslage ist? Ob eine natürliche Geburt möglich ist oder ein Kaiserschnitt angezeigt wird, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen ab. Bis zur 36. SSW ist eine spontane Drehung noch möglich.

Was Sie in der 35. SSW spüren können

Ihr Körper ist auf der Zielgeraden und macht das deutlich spürbar.

Kurzatmigkeit und Rippendruck: Das Baby füllt nun den gesamten Bauchraum aus und drückt gegen die Lunge und die Rippen. Aufrechte Haltung verschafft etwas Erleichterung. Sobald das Baby tiefer tritt, bessert sich die Kurzatmigkeit merklich.

Senkwehen und Druckgefühl im Becken: Das Baby rutscht tiefer und macht sich auf den Weg in Richtung Becken. Sie können plötzlich leichter atmen und das Sodbrennen nachlassen.

Müdigkeit und Schweregefühl: Ihr Körper trägt in dieser Phase rund 10–13 kg Zusatzgewicht. Ruhepausen und Hochlagern der Beine sind wichtiger denn je.

Häufiger Harndrang: Das Baby drückt auf die Blase. Beckenbodenübungen helfen weiterhin gegen ungewollten Urinverlust.

Eine Tasse Himbeerblättertee, umgeben von frischen und getrockneten Himbeerblättern sowie Himbeeren – ein bewährtes Hausmittel in den letzten Schwangerschaftswochen.

Himbeerblättertee

Haben Sie bereits mit der Einnahme begonnen? Dosierung, Wirkung und Zubereitung finden Sie in unserem Fachbeitrag.

Wichtig: Bei geplantem oder drohendem Kaiserschnitt Himbeerblättertee sofort absetzen, da er die Durchblutung fördert und das Nachblutungsrisiko erhöhen kann.

Bitte beherzigen Sie unseren Rat und nehmen Sie vorgängig Kontakt mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder Hebamme auf. Diese ausgewiesenen Fachpersonen verfügen über ein breites Wissen und klären Sie gewissenhaft auf. Und Sie erhalten die auf Sie abgestimmte Dosiermenge mitgeteilt.

Bei Ihnen ist ein Kaiserschnitt geplant? Dann verzichten Sie auf das Trinken des Himbeerblättertees. Durch seine durchblutungsfördernde Wirkung, sollte er nur nach Rücksprache mit Fachpersonen eingenommen werden. Steht ein Notkaiserschnitt bevor, stellen Sie die Einnahme unverzüglich ein.

Ein fertiger Gipsabdruck eines Babybauchs mit blauer Schleife – eine kreative Erinnerung an die Kugelzeit.

Schwangerschaftsbauch als Gipsabdruck

Schon bald ist Ihr Bauch wieder flach und Sie können sich fast nicht mehr vorstellen, wie gross er einmal war. Bewahren Sie ihn für die Ewigkeit! Sei dies durch ein Schwangerschaftsshootings oder indem Sie einen Gipsabdruck machen lassen. Oder stellen Sie doch einfach einen Gipsabdruck, mit etwas Hilfe, selbst her.

Sie benötigen für den Gipsabdruck:

  • Gipsbinden (gibts in der Apotheke)

  • Schere

  • warmes Wasser

  • Handtücher

  • Vaseline

  • einen Helfer oder eine Helferin

Um den Reinigungsaufwand hinterher in Grenzen zu halten, empfehlen wir Ihnen, den Abdruck im Badezimmer herzustellen.

So funktioniert die Herstellung des Gipsabdrucks:

  1. Schneiden Sie die Gipsbinden in ungefähr 25 Zentimeter lange Streifen

  2. Schmieren Sie anschliessend Ihre Haut grosszügig mit Vaseline ein. Um später den Gipsabdruck schmerzfrei entfernen zu können, fetten Sie nicht nur Brust und Bauch sondern auch Hals, Arme, Oberschenkel und Beine ein.

  3. Befeuchten Sie die Gipsbinden und legen Sie diese quer über Brust und Bauch. Achten Sie darauf, dass Sie die Lagen glattstreichen und die einzelnen Gipsbindenstücke sich überlagern. Je mehr Lagen Sie auflegen, desto stabiler wird der Gipsabdruck. In der Regel genügen drei Lagen. Um die Ränder zu stabilisieren und einen schönen Abschluss zu erhalten, verstärken Sie diese mit mehreren Längslagen.

  4. Jetzt ist Geduld gefragt. Nach 15 - 20 Minuten sollte der Abdruck soweit gehärtet sein, dass Sie ihn vorsichtig vom Körper lösen können.

  5. Zum vollständigen Austrocknen legen Sie Ihr Werk auf Zeitungspapier und lassen es mindestens 24 Stunden austrocknen.

  6. Dünne oder ausgefranste Stellen können Sie nach dem Trocknen mit zusätzlichen Gipsbindenlagen auf der Innenseite kaschieren.

  7. Um einen schönen Rand zu erhalten, diesen mit Hilfe einer Schere in Form bringen. Anschliessend die Kanten sorgfältig mit kleinen Gipsbindenstücken abrunden.

Nach nochmaligem Austrocknen des Abdrucks können Sie mit dessen Gestaltung beginnen. Schleifen Sie die Oberfläche Ihres Werkes mit feinem Schleifpapier glatt und verschönern Sie es nach Lust und Laune.

Ein Glas kalte Gazpacho, garniert mit bunten Gemüsewürfelchen – gesund, hydratisierend und perfekt für Schwangere mit wenig Appetit auf Wasser.

Kalte Suppen: Wenn Wasser nicht mehr geht

Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen wird gegen Ende der Schwangerschaft zur Herausforderung. Kalte Suppen wie Gazpacho, Gurken-Minz-Suppe oder Wassermelonen-Tomatensuppe sind eine erfrischende und nährstoffreiche Alternative.

FAQ – 35. Schwangerschaftswoche

Wie gross ist das Baby in der 35. SSW?

Ihr Baby misst ca. 46–47 cm (Scheitel-Ferse-Länge) und wiegt rund 2,4–2,5 kg. Es ist fertig entwickelt und nimmt weiterhin deutlich an Gewicht zu.

Wie erkenne ich echte Geburtswehen?

Echte Geburtswehen werden regelmässiger, intensiver und kommen in kürzeren Abständen. Dauern sie über 20 Sekunden und treten alle fünf bis sieben Minuten auf, ist die Geburt wahrscheinlich im Gange. Im Zweifelsfall Hebamme oder Spital kontaktieren.

Was ist der Nestbautrieb und ist er normal?

Ja, völlig normal. Viele Frauen verspüren kurz vor der Geburt einen starken Drang, alles für das Baby herzurichten. Hören Sie auf Ihren Körper, überanstrengen Sie sich aber nicht.

Was tun, wenn das Baby noch in Steisslage liegt?

Bis zur 36. SSW ist eine spontane Drehung noch möglich. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme über Übungen, die eine Drehung begünstigen können. Falls das Baby sich nicht dreht, werden äussere Wendung oder Kaiserschnitt besprochen.

Wann sollte ich ins Spital fahren?

Wenn die Wehen regelmässig alle fünf bis sieben Minuten kommen und über 20 Sekunden dauern, wenn die Fruchtblase geplatzt ist oder wenn Sie sich unsicher fühlen. Im Zweifel immer Spital oder Hebamme anrufen.

Auf dem Bild ist ein Stethoskop als Sinnbild für die Krankenkassenlösung PRO LIFE zu sehen.

Familienfreundliche Leistungen rund um Schwangerschaft und Kind

Mit der Krankenkassenlösung von PRO LIFE profitieren Familien von zusätzlichen Leistungen wie Geburtengeld, Beiträgen an Baby- und Kinderschwimmkurse sowie weiteren familienfreundlichen Extras.