Eisenmangel und Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft
Müdigkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall und Schlafstörungen gehören zu den häufigen Symptomen eines Eisenmangels. Betroffene fühlen sich oft erschöpft, antriebslos und weniger leistungsfähig. Auch Konzentrationsprobleme und eine depressive Grundstimmung können auftreten.
Eisenmangelanämie
Die Eisenmangelanämie ist die häufigste Mangelerkrankung weltweit. Durch eine unzureichende Eisenversorgung bildet der Körper zu wenig Hämoglobin (roter Blutfarbstoff). Dadurch wird der Sauerstofftransport im Körper und zum Kind beeinträchtigt. Betroffene fühlen sich meist stark müde und kraftlos.
Folsäure ist in der Schwangerschaft ein wichtiger Begleitnährstoff, der die Blutbildung unterstützt. Je nach Schweregrad reicht eine Ernährungsumstellung und die Einnahme von Eisenpräparaten in Tablettenform nicht immer aus. In schweren Fällen kommen Eiseninfusionen oder – bei ausgeprägter Anämie – auch Bluttransfusionen zum Einsatz.
Ihr Eisenbedarf während der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft steigt das Blutvolumen um rund 35% (ca. 1–1,5 Liter). Dadurch erhöht sich auch der tägliche Eisenbedarf auf etwa 30 mg pro Tag statt 15 mg.
Eisen ist entscheidend für:
die Bildung roter Blutkörperchen
den Sauerstofftransport
die Versorgung Ihres Babys
Welche Lebensmittel enthalten Eisen?
Da der Körper Eisen nicht selbst herstellen kann, muss es über die Ernährung oder in Form von Präparaten aufgenommen werden.
Tierische Lebensmittel enthalten gut verfügbares Eisen (Fe²), pflanzliche Lebensmittel weniger gut verfügbares Eisen (Fe³).
Damit Eisen besser aufgenommen wird, sollte es idealerweise mit Vitamin C kombiniert werden (z. B. ein Glas Orangensaft oder ein Apfel).
Eisengehalt tierische Lebensmittel:
Schweineleber, 18 mg / 100 g
Kalbsleber, 7,5 mg / 100 g
Rindfleisch, 2,1 mg / 100 g
Poulet, 0,7 mg / 100 g
Pflanzliche Eisenquellen
Bei pflanzlichen Lebensmitteln sticht besonders die Weizenkleie hervor (15 mg / 100 g). Eine vollständige Deckung des Tagesbedarfs nur darüber ist jedoch kaum realistisch.
Daher eignet sich Weizenkleie gut als Ergänzung, z. B. im Müesli oder Brot.
Hülsenfrüchte – gesund und vielseitig
Linsen, Bohnen und Kichererbsen sind wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung. Sie enthalten neben Eisen auch Zink, Magnesium, Kalium, Phosphor und Folsäure.
Linsen sind besonders vielseitig und können je nach Sorte für Salate, Eintöpfe oder Aufstriche verwendet werden.
Eisen in Getreide & Pseudogetreide
Auch Getreide liefert Eisen, allerdings in moderaten Mengen:
Haferflocken, 4,2 mg / 100 g
Vollreis, 1,7 mg / 100 g
Weizengriess, 1,1 mg / 100 g
Kürbiskerne, 11,2 mg / 100 g
Mandeln, 4,2 mg / 100 g
Erdnüsse, 2,4 mg / 100 g
Rosinen, 2,3 mg / 100 g
Kiwi, 0,4 mg / 100 g
Äpfel, 0,3 mg / 100 g
Orangen, 0,1 mg / 100 g
Wichtiger Hinweis
Die Aufnahme über die Nahrung ist oft nicht ausreichend, um den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft zu decken. Deshalb verschreiben Ärztinnen und Ärzte häufig zusätzlich Eisenpräparate, um einen Mangel zu vermeiden.
Kombination mit anderen Nährstoffen
Neben Eisen spielen auch Omega-3-Fettsäuren, Jod, Folsäure, Kalzium, Magnesium und Vitamin D eine wichtige Rolle für die gesunde Entwicklung während der Schwangerschaft.
FAQ – Eisenmangel in der Schwangerschaft
Im Folgenden finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um Eisenmangel in der Schwangerschaft.
Warum ist Eisen in der Schwangerschaft so wichtig?
Eisen ist entscheidend für die Blutbildung und den Sauerstofftransport. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf deutlich, da auch das Baby versorgt werden muss.
Woran erkenne ich einen Eisenmangel in der Schwangerschaft?
Typische Anzeichen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Haarausfall und eine allgemeine Erschöpfung.
Ist Eisenmangel in der Schwangerschaft häufig?
Ja, Eisenmangel gehört zu den häufigsten Mangelzuständen in der Schwangerschaft, da der Bedarf stark ansteigt.
Reicht die Ernährung aus?
Oft nicht vollständig. Deshalb ist je nach Situation eine zusätzliche Eisenzufuhr in Form von Präparaten sinnvoll.
Kann Eisenmangel gefährlich sein?
Unbehandelt kann ein starker Eisenmangel zu einer Anämie führen und die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind beeinträchtigen.
Stand: Mai 2026 (inhaltlich überarbeitet)

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