Schwangere Frau mit Schwangerschaftsübelkeit im Badezimmer. Übelkeit und Morgenübelkeit gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Frühschwangerschaft.

Schwangerschaftsübelkeit gehört zu den häufigsten Beschwerden während der Schwangerschaft. Viele Frauen bemerken die ersten Symptome bereits wenige Wochen nach Ausbleiben der Monatsblutung. Die Beschwerden können von leichter Übelkeit bis hin zu häufigem Erbrechen reichen und den Alltag spürbar beeinträchtigen.

Auch wenn oft von Morgenübelkeit gesprochen wird, treten die Beschwerden nicht nur am Morgen auf. Viele Schwangere leiden tagsüber oder sogar den ganzen Tag unter Übelkeit.

In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden bis zum Ende des ersten Trimesters von selbst. Mit einigen einfachen Massnahmen lässt sich die Schwangerschaftsübelkeit häufig deutlich lindern.

Warum kommt es zu Schwangerschaftsübelkeit?

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Fachpersonen gehen jedoch davon aus, dass vor allem die hormonellen Veränderungen in der Frühschwangerschaft eine wichtige Rolle spielen.

Insbesondere das Schwangerschaftshormon hCG steigt in den ersten Wochen stark an. Gleichzeitig verändern sich die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron. Diese hormonellen Umstellungen können das Brechzentrum beeinflussen und zu Übelkeit führen.

Viele Schwangere reagieren zudem empfindlicher auf Gerüche, Geschmäcker oder bestimmte Lebensmittel. Auch ein leerer Magen kann die Beschwerden verstärken.

Typische Symptome von Schwangerschaftsübelkeit

Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufige Symptome sind:

  • Übelkeit über den ganzen Tag

  • Brechreiz

  • Erbrechen

  • erhöhte Geruchsempfindlichkeit

  • Appetitveränderungen

  • Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel

Nicht jede Schwangere erlebt die Beschwerden gleich stark. Während einige Frauen nur gelegentlich unter Übelkeit leiden, kann sie andere über mehrere Wochen intensiv begleiten.

Was hilft gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Oft helfen bereits kleine Anpassungen im Alltag, um die Beschwerden zu lindern.

Kleine Mahlzeiten statt grosser Portionen

Ein leerer Magen kann die Übelkeit verstärken. Deshalb vertragen viele Schwangere mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt besser als wenige grosse Portionen.

Hilfreich sind beispielsweise:

  • Zwieback

  • Knäckebrot

  • Cracker

  • Bananen

  • Haferflocken

  • Naturjoghurt

Viele Frauen profitieren davon, bereits vor dem Aufstehen einen kleinen Snack zu essen.

Langsam essen und gut kauen

Nehmen Sie sich Zeit für die Mahlzeiten und essen Sie langsam. Gründliches Kauen entlastet die Verdauung und kann helfen, den Magen zu beruhigen.

Eine Schwangere geniesst einen warmen Tee an der frischen Luft. Ausreichend Flüssigkeit, Ruhe und kleine Mahlzeiten können bei Schwangerschaftsübelkeit helfen.

Ausreichend trinken

Wer unter Übelkeit oder Erbrechen leidet, verliert Flüssigkeit. Deshalb ist regelmässiges Trinken besonders wichtig.

Viele Schwangere vertragen:

  • stilles Wasser

  • ungesüsste Kräutertees

  • Fencheltee

  • Kamillentee

Oft fällt es leichter, kleine Mengen über den Tag verteilt zu trinken.

Ingwer gegen Übelkeit

Ingwer wird seit Langem gegen Übelkeit eingesetzt. Viele Schwangere empfinden Ingwertee, kandierten Ingwer oder kleine Mengen frischen Ingwers als angenehm.

Sprechen Sie die Anwendung bei Unsicherheiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frische Luft und Bewegung

Leichte Bewegung kann den Kreislauf anregen und die Beschwerden verbessern. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft hilft vielen Frauen, insbesondere wenn sie zuvor eine Kleinigkeit gegessen oder getrunken haben.

Persönliche Auslöser erkennen

Nicht jede Schwangere reagiert auf dieselben Lebensmittel oder Gerüche. Es kann hilfreich sein, persönliche Auslöser zu beobachten und möglichst zu vermeiden.

Häufig genannte Auslöser sind:

  • fettige Speisen

  • stark gewürzte Gerichte

  • intensive Gerüche

  • grosse Mahlzeiten

Eine Tasse Tee, kleine Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit können Schwangerschaftsübelkeit oft lindern.

Was viele Schwangere unterschätzen

Viele Frauen versuchen trotz Übelkeit möglichst wenig zu essen. Dadurch bleibt der Magen jedoch lange leer, was die Beschwerden zusätzlich verstärken kann.

Oft hilft es mehr, regelmässig kleine Mengen zu essen und den Blutzuckerspiegel möglichst stabil zu halten. Bereits ein kleiner Snack am Morgen kann einen spürbaren Unterschied machen.

Auch ausreichend Ruhe und möglichst wenig Stress können sich positiv auf die Beschwerden auswirken.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn:

  • die Übelkeit sehr stark wird

  • häufiges Erbrechen auftritt

  • Sie kaum noch essen oder trinken können

  • Schwindel oder Kreislaufprobleme auftreten

  • Sie ungewollt Gewicht verlieren

In seltenen Fällen kann eine besonders schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit vorliegen, die medizinisch behandelt werden sollte.

Das Wichtigste im Überblick

Schwangerschaftsübelkeit gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Frühschwangerschaft. Verantwortlich sind vor allem hormonelle Veränderungen sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen und bestimmten Lebensmitteln.

Kleine Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit, Ingwer und regelmässige Bewegung helfen vielen Schwangeren, die Beschwerden deutlich zu lindern. Bei starkem Erbrechen oder Anzeichen von Flüssigkeitsmangel sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Weitere häufige Beschwerden finden Sie im Überblick zu den Schwangerschaftsbeschwerden.

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FAQ – Schwangerschaftsübelkeit

Während der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Übelkeit oder Morgenübelkeit. Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen.

Ist Schwangerschaftsübelkeit normal?

Ja. Schwangerschaftsübelkeit gehört zu den häufigsten Beschwerden im ersten Trimester und betrifft viele Schwangere.

Wann beginnt Schwangerschaftsübelkeit?

Die Beschwerden beginnen häufig zwischen der 5. und 6. Schwangerschaftswoche, können aber auch früher oder später auftreten.

Wie lange dauert Schwangerschaftsübelkeit?

Bei vielen Frauen bessern sich die Beschwerden bis zur 12. bis 14. Schwangerschaftswoche deutlich. In Einzelfällen kann die Schwangerschaftsübelkeit auch bis Ende Schwangerschaft andauern.

Was hilft schnell gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Kleine Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit, Ingwer sowie regelmässiges Essen helfen vielen Schwangeren, die Beschwerden zu lindern.

Wann sollte ich zum Arzt?

Wenn starkes Erbrechen, Gewichtsverlust, Kreislaufprobleme oder Anzeichen von Flüssigkeitsmangel auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Mai 2021 veröffentlicht und im Juni 2026 aktualisiert, überarbeitet und um neue Informationen ergänzt.

Auf dem Bild ist ein Stethoskop als Sinnbild für die Krankenkassenlösung PRO LIFE zu sehen.

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